Baden im Thunersee: Die 8 schönsten Badestellen

Nach zwanzig Jahren am Thunersee habe ich eine unromantische Erkenntnis: Die „schönste Badestelle» gibt es nicht. Es gibt die richtige für den richtigen Tag. Hier sind acht Stellen, die ich regelmässig besuche — mit ehrlichen Hinweisen zu Infrastruktur, Familientauglichkeit und wann man sie meiden sollte.

Die acht im Schnellüberblick

BadestelleTypEintrittInfrastrukturKinder
Strandbad ThunBadCHF 8vollja
Seepark SpiezBadCHF 9vollja
GwattlischenmoosNaturgratisWCja
Oberhofen KiesstrandNaturgratiskeinebedingt
Merligen HafenbuchtNaturgratisWC, Feuerstelleja
Hünibach SeeuferNaturgratiskeinebedingt
Strandbad FaulenseeBadCHF 6mittelja
Lauenen (Hundestrand)Naturgratiskeinenein

Die Bäder mit Infrastruktur

Strandbad Thun — der Klassiker

Für Familien mit kleinen Kindern oder Gäste ohne Auto die erste Wahl. 15 Minuten zu Fuss vom Bahnhof, grosse Liegewiese, flacher Einstieg, Restaurant, Toiletten, Sprungbrett. Leicht überlaufen an heissen Wochenenden — wer Ruhe sucht, kommt vor 10 oder nach 17 Uhr.

Seepark Spiez — der nächstbeste Allrounder

Kleiner als das Strandbad Thun, aber besser erhalten. Rasenfläche gepflegt, Wasser dank natürlicher Bucht etwas wärmer (im Schnitt 1-2°C mehr als offener See). Eintritt CHF 9 Erwachsene, CHF 5 Kinder. Öffnung Mai bis September, 9:00 bis 20:00 (spiez.ch).

Gratis-Stellen mit Qualität

Gwattlischenmoos — Naturschutzgebiet am Südufer

Einer der versteckten Lieblingsplätze. Kiesstrand, flacher Einstieg, Sicht auf das Niesen-Massiv. WC-Anlage beim Parkplatz, sonst keine Infrastruktur — essen und trinken selbst mitbringen. An ruhigen Tagen fast privat.

Merligen Hafenbucht — für Familien mit Schulkindern

Kleine Bucht mit Kiesstrand und öffentlicher Feuerstelle. Das Wasser ist hier einen Grad wärmer als offen, die Kinder können im flachen Teil sicher spielen. Parkplatz begrenzt (20 Plätze), an Sommer-Samstagen ab 10 Uhr voll.

Oberhofen Kiesstrand — für Spontan-Stopps

Direkt neben der Schiff-Anlegestelle. Praktisch für Zwischenstopps bei einer Velo- oder Schiffstour. Der Einstieg ins Wasser ist steinig, Badeschuhe empfehlenswert.

Spezial-Fall: Hundestrand Lauenen

Zwischen Spiez und Faulensee gibt es einen offiziellen Hundebadestrand — selten, weil die Kantonspolizei Bern an den meisten öffentlichen Badestellen Hunde verbietet. Der Lauenen-Strand ist ausgeschildert, frei zugänglich, ohne Infrastruktur. Keine Kinder-Badestelle, dafür die einzige Stelle am See, wo Hunde offiziell willkommen sind.

Wassertemperaturen im Jahresverlauf

MonatMittel °CBadbar?
Mai14–16mutig
Juni18–20ja
Juli20–22ja, ideal
August21–23ja, ideal
September18–20noch angenehm
Oktober14–15für Kältetrainierte

Aktuelle Werte liefert der BAFU Hydrometrie-Dienst (Station Thun) — wichtiger als Wetter-Apps, weil direkt gemessen.

Sicherheit — drei Punkte, die oft vergessen werden

  • Thermokline: Ab etwa 5 Meter Tiefe kühlt das Wasser abrupt um 5–8°C ab. Beim Kopfsprung spürbar, für Herz-Kreislauf-Belastung relevant.
  • Bootsverkehr: Der Thunersee ist ein Kursschiff-See. Beim Schwimmen in offenem Wasser eine Schwimmboje mitführen.
  • Gewitter: Der See zieht Gewitter wie ein Magnet. Bei Wetterwechsel raus aus dem Wasser, egal wie harmlos die Wolke wirkt.

Fazit

  1. Infrastruktur vs. Natur: Strandbäder sind bequem, Gratis-Stellen authentischer. Beides hat seine Berechtigung — je nach Tagesform und Begleitung.
  2. Wassertemperatur ist der Filter: Unter 18°C wird baden für die meisten unangenehm. Planung nach Hydrodaten schlägt Planung nach Wettervorhersage.
  3. Gwattlischenmoos ist meine persönliche Empfehlung, wenn nur eine einzige Badestelle zur Wahl steht.

Quellen & weiterführende Links

Letzte redaktionelle Überprüfung: 2026-04-17. Wir aktualisieren Routen-, Preis- und Betriebsinformationen regelmässig.

Über die Autorin / den Autor

Marco Rüegg · Marco Rüegg ist Outdoor-Fotograf und Autor aus der Region Thun. Seine Aufnahmen und Reportagen erschienen u.a. in Transhelvetica und Outdoor.

  • Schweizer Berufsfotografenverband SBF
  • Autor zweier Reiseführer zum Thunersee
  • Ortsansässig seit 2009

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